Glossar
Biogas
Beitrag der Landwirtschaft zur Energiezukunft Vorarlberg. In Biogasanlagen werden Energiepflanzen zu Methan vergoren und durch Biogasmotoren in Strom und Wärme umgewandelt. Basis dafür sind neben Stallmist und Gülle auch Ackerpflanzen, wie z.B. Silomais. In Vorarlberg gibt es derzeit 32 Biogasanlagen.
Biomasse
Brennholz in Form von Stückholz, Hackschnitzel oder Holzpellets, überwiegend aus Fichten- und Tannenholz. Dabei werden ungefähr 50 Prozent des Holzes energetisch genutzt, direkt bei der Holzernte oder als Sägerestholz. Biomasse ist nach der Wasserkraft der zweitgrößte, heimische Energieträger. Derzeit sind in Vorarlberg 29 Biomasse-Fernheizwerke und über 600 Biomasse-Kleinanlagen in Betrieb.
Energieautonomie
Vom Vorarlberger Landtag 2009 einstimmig beschlossenes Ziel der Energiezukunft Vorarlberg. Bis 2050 soll der heimische Energieverbrauch durch eigene Erzeugung abgedeckt werden. Das bedeutet eine in der Jahresbilanz ausgeglichene und vollständig mit erneuerbaren Quellen abgedeckte Energieversorgung. Nicht gemeint ist damit, dass die gesamte Energie, die in Vorarlberg erzeugt wird, auch hier verbraucht werden muss. Das wäre Energieautarkie.
Energieeffizienz
bezogen auf das Verhalten und auf die Technologie. Es geht einerseits um das Energie Sparen, d.h. insgesamt weniger Energie zu verbrauchen, und andererseits um die technische Optimierung des Energieaufwands, d.h. den jeweiligen Nutzen mit möglichst wenig Energie zu erreichen. Mit diesen Fragen beschäftigen sich die fünf Werkstätten Gebäude, Industrie, Mobilität, Strom-Kleinverbraucher und Raumplanung. Geschätztes technisches Einsparpotenzial bis 2050: 62 Prozent oder 5960 Gigawattstunden, auf dem Stand heute bereits verfügbarer Technologien.
Energieeinheiten
Typische Einheiten zur Angabe von Energiemengen sind kWh und GWh. 10 kWh entsprechen dabei in etwa dem Energieinhalt von einem Liter Öl oder 1m³ Erdgas oder 2,5kg trockenem Holz. 1 GWh entsprechen 1.000.000 kWh.
Energiezukunft Vorarlberg
Mit diesem 2007 von der Vorarlberger Landesregierung initiierten Programm sollen die Ziele der Energieautonomie und des Klimaschutzes erreicht werden. Dafür haben über 90 Experten in Werkstätten die Potenziale der Energieeffizienz und der Erneuerbaren Energien untersucht. Aus diesen Ergebnissen werden in Abstimmung mit den Interessenvertretern und mit Bürgerbeteiligung die energiepolitischen Maßnahmen festgelegt. Zeithorizont des Visionsprozesses ist 2050, die erste Umsetzungsphase ist von 2010 bis 2020 vorgesehen.
Erneuerbare Energien
oder regenerative Energien stammen von Energieträgern, deren Verfügbarkeit durch die Nutzung nicht abnimmt. Sie können also nachhaltig eingesetzt werden. Vier Fachwerkstätten der Energiezukunft Vorarlberg analysieren, wie viel Energie mit Wasserkraft, Sonne, Biomasse und Biogas erzeugt werden kann. Derzeit stammen knapp 30 Prozent der Energieproduktion aus erneuerbaren Energieträgern. Geschätztes Ausbaupotenzial bis 2050: 48 Prozent oder 1540 Gigawattstunden.
Heizwärmebedarf
Ein Gebäude mit einem Heizwärmebedarf von 20kWh / m²a benötigt pro Jahr zur Beheizung von einem Quadratmeter Wohnfläche 2 Liter Öl oder 2m³ Erdgas oder 5kg trockenes Holz. Eine Wohnung mit 100m³ braucht demnach in einem Jahr 200Liter Öl, 200m³ Gas oder eben 500kg Holz in einem Jahr. 10 kWh entspricht in etwa dem Energieinhalt von 1 Liter Öl oder 1 m³ Erdgas oder 2 m³ Fichtenholz.
Kommunikation
Ergänzend zu den neun Fachwerkstätten hat die Werkstatt Kommunikation ein Kommunikationskonzept ausgearbeitet, mit dem die Vorarlberger zu einem nachhaltigen Lebensstil motiviert werden sollen. Unter dem Slogan „Schritt für Schritt zur Energieautonomie“ will die Kommunikationskampagne nun emotional berühren und informieren.
LED
oder Leuchtdioden. Halbleiter wandeln Strom direkt in Licht um. Der Wirkungsgrad dieser Lichttechnologie ist viermal so hoch wie bei herkömmlichen Glühbirnen. LED-Leuchten haben außerdem eine Lebensdauer von 25 Jahren, sind aber teuer in der Herstellung und müssen als Elektronik-Müll entsorgt werden.
Sonne
Sonnenenergie kann auf zwei völlig verschiedene Arten genutzt werden. Fotovoltaikanlagen produzieren aus dem Sonnenlicht direkt elektrischen Strom. Thermische Solaranlagen gewinnen über Kollektoren aus den Sonnenstrahlen Wärme, die für die Heizung und für Warmwasser genutzt werden kann. 170.000 Quadratmeter Kollektorfläche sind bisher in Vorarlberg auf Gebäuden installiert worden.
Wasserkraft
Mit Abstand der wichtigste Energieträger in Vorarlberg. Derzeit gibt es 15 große Wasserkraftwerke und 150 Kleinwasserkraftwerke. Geschätztes ökologisch, konsensfähiges Ausbaupotenzial bis 2050: 500 Gigawattstunden auf 2790 Gigawattstunden.
Vlotte
Elektromobilitätsprojekt der Illwerke /VKW-Gruppe. 35 Elektrofahrzeuge sind bisher unterwegs, 32 Stromtankstellen wurden errichtet.

